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Unverpackt auf dem Land. Geht das überhaupt?

Unverpackt-Laden: Das klingt nach neuem, hippem Großstadt-Angebot. Dabei gibt es Unverpackt-Läden auch in Bad Oeyenhausen, Detmold, Bottrop, Besigheim, Lohmar, Lage, Moers, Wermelskirchen und vielen weiteren Mittel- und Kleinstädten. Kann das von der Zero-Waste-Bewegung inspirierte Konzept auch in ländlichen Regionen funktionieren?


Vor einigen Wochen haben wir euch gefragt, wie nachhaltig es sich auf dem Land leben lässt. Obwohl wirklich viele von euch das Landleben feiern, habt ihr geantwortet, dass die Infrastruktur dort insgesamt schlechter ist und es weniger nachhaltigere Geschäfte wie Second-Hand Shops, Biomärkte und Unverpackt-Läden gibt.

Auch auf der “Unverpackt-Map” von The ReUse Project ist zu sehen, dass sich die deutschen Unverpackt-Läden vor allem in städtischen Ballungsgebieten befinden.

Durch die geringere Bevölkerungsdichte und möglicherweise auch eine geringere Nachfrage nach einem unverpackten Angebot haben es Unverpackt-Läden in ländlichen Regionen naturgemäß schwerer.

Umso mehr haben wir uns gefreut, als sich Lara auf unsere Umfrage hin gemeldet und erzählt hat, dass sie mit ihrer Schwester Katharina im März einen Unverpackt-Laden eröffnet hat – und zwar in der ländlich gelegenen Wallfahrtsstadt Werl (Kreis Soest, NRW).

Dass sie ihren Unverpackt-Laden Theo Tütenlos – benannt nach Lara’s 20 Monate altem Sohn – auf dem Land eröffnet haben, ist kein Zufall. Die beiden Schwestern wollen in ihrer Heimatstadt, wo so wenig Infrastruktur für einen nachhaltigeren Lebensstil gegeben ist, etwas verändern.

Ihre Motivation dahinter ist auch der kleine Theo und seine Zukunft.

Im Folgenden teilen wir einige Ausschnitte aus der Unterhaltung mit Lara – einfach weil wir finden, dass es ein schönes Beispiel dafür ist, dass man seine äußeren Umstände nicht als gegeben hinnehmen muss. Jede/r von uns kann auf die eine oder andere Weise selbst aktiv werden.

“Ich bin Lara, 32, meine Schwester Katharina ist 34. Wir haben im März unseren Unverpackt-Laden Theo Tütenlos eröffnet. Mein Sohn ist 20 Monate alt und heißt Theo.

Wir haben uns gedacht, wenn wir einen Laden aufmachen, dann in der Heimat, dort wo wir uns auskennen. Auch wenn unsere Stadt oft verrufen ist, “hier funktioniert ja eh nix”, war uns klar, dass wir das unbedingt hier machen wollen.”

“Wir wollen den Idealismus aufbringen, hier etwas zu verändern. Hier wohnen wir ja auch.

Es gibt hier bei uns so viele Erzeuger, Manufakturen, Produzenten etc., die für sich tolle Produkte haben, die auf einer oder mehreren Ebenen nachhaltig sind. Aber der Zugang dazu ist nicht jedem gegeben oder eben nur mit sehr viel Aufwand und Herumfahrerei verbunden.”

Wir wollen das bei uns im Laden bündeln.

Wir entwickeln uns deshalb langsam immer mehr zu einem one stop shop – mit haltbaren Lebensmitteln, Gemüse und Obst, Eier, Milch, Käse, Molkereiprodukte, vieles für den Alltag, Küche und Haushalt. Viel dann auch regional. Und alles unverpackt und plastikfrei.”

Ihr seid dran…

Kennt ihr ähnliche Projekte in ländlichen Regionen?

Wenn du vom Land kommst: Glaubst du, ein solches Projekt würde in deinem Ort, deiner Gemeinde oder deiner Kleinstadt angenommen werden?

Denkt jemand von euch vielleicht selbst darüber nach, ein eigenes nachhaltiges Projekt zu starten?

Wir sind gespannt auf eure Kommentare.

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