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Veggieburger vs. Fleischburger

Der Beyond Meat Burger wird von vielen Fleischliebhabern als der erste ernstzunehmende Ersatz für den Beef Burger gehandelt. Das Patty hat dank Erbsenproteinen eine fleischähnliche Konsistenz, der beim Beißen austretende Rote-Bete-Saft soll an Fleischsaft erinnern. Auch der Geschmack wird im Allgemeinen hochgelobt. Was steckt hinter dem Hype? Wie gesund ist der Burger, und ist das tiefgefrorene Patty, das aus den USA hergebracht wird, für die Umwelt überhaupt besser als ein herkömmlicher Rindfleischburger? Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die beiden Burgervarianten hinsichtlich Inhaltsstoffen, Gesundheit und Umweltfaktoren verglichen.

Umweltfaktoren

Die Klimabilanz des veganen Burgers ist weit entfernt von perfekt. Für die einzelnen Zutaten des fleischlosen Burgers sind lange Transportwege möglich. Das Patty aus Erbseneiweiß, Bambuszellulose, Gummiarabikum, Kartoffelstärke, Ascorbinsäure, Rapsöl, Rote-Bete-Saft und weiteren Zutaten wird in einem kalifornischen Labor hergestellt, tiefgefroren und dann durch die Welt geflogen. 

Auch die Pflanzendüngung von z.B. Rote Bete, Erbsen oder Champignons hat bei herkömmlichem Anbau einen negativen Einfluss auf die Umwelt. Dennoch ist die Klimabilanz laut der Verbraucherzentrale Hamburg weitaus besser als die eines Rindfleischburgers, selbst wenn das Fleisch aus Deutschland kommt. 

Denn bei letzterem wird mehr Wasser verbraucht, es entsteht eine hohe Menge an Treibhausgasen, und durch die Gülle wird Nitrat ins Grundwasser gespült. Hinzu kommt, dass auch der Rindfleischburger meistens nicht aus Deutschland kommt, sondern einen mindestens genauso langen Transportweg hinter sich hat. Für viele am wichtigsten ist natürlich außerdem die Tatsache, dass für den Beyond Meat Burger immerhin kein Tier für die Mahlzeit leiden musste.

Gesundheit

Der Beyond Meat Burger hat, wie viele andere Fleischersatzprodukte oder generell Fertiglebensmittel, vor allem ein Problem: Es sind viele Zusatzstoffe darin enthalten, die den Geschmack, das Aussehen oder die Haltbarkeit verbessern sollen. Im Beyond Meat Burger sind 21 Inhaltsstoffe vorhanden. Die meisten davon sind als unbedenklich eingestuft, Für Kinder und Risikogruppen wie Allergiker können manche Stoffe aber problematisch sein. 

Das Verbraucher­magazin Öko-Test, das den Burger nur mit der Note „ausreichend“ bewertet hat, kritisiert vor allem die „stark erhöhte Menge“ an Mineralölrückständen, die in mehr als der Hälfte aller getesteten Burgerpatties zu finden waren. Diese reichern sich zum Beispiel in der Leber oder im Fettgewebe an. 

In der Kritik steht außerdem der darin enthaltene Hefeextrakt, der oft als Glutamat-Ersatz eingesetzt wird. Diesen Stoff schauen wir uns in einem folgenden Post noch einmal genauer an.  

Doch wie schneidet der Beyond Meat Burger nun im Vergleich zu einem Rindfleischburger ab? Das Ergebnis der Verbraucherzentrale Hamburg sagt klar: Das gesundheitliche Risiko beim Beyond Meat Burger liegt trotz Zusatzstoffen unter dem des Rindfleischburgers

Das liegt zum Beispiel an der Gefahr von multiresistenten Keimen, die entstehen, weil in der Massentierhaltung zu oft Antibiotika verabreicht werden. Die Folge: Es besteht die Gefahr, dass auch wir gegen bestimmte Arten von Antibiotika immun werden und die Medizin im Krankheitsfall nicht bei uns anschlägt. 

Auch ernährungsbedinge Krankheiten sind als Folge des Rindfleischburgers wahrscheinlicher, weil Fleisch im Gegensatz zu den meisten pflanzlichen Produkten (mit Ausnahme von z.B. Kokosöl) viel mehr gesättigte Fettsäuren erhält. 

Das erhöht den Cholesterinspiegel und somit das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten, Herzerkrankungen, sowie Adipositas und Diabetes Typ 2. Auch in punkto Darmgesundheit gewinnt der Beyond Meat Burger: Während ein hoher Fleischkonsum von rotem und stark verarbeitetem Fleisch das Risiko erhöht, an Darmkrebs zu erkranken, sind die im Beyond Meat Burger enthaltenen Ballaststoffe gut für die Darmflora.

Geschmack

Hinsichtlich des Geschmacks wird die Burger-Frikadelle von vielen Sensorik-Gutachter*innen, darunter auch denen von Öko-Test, als sehr fleischähnlich bewertet. Nur ein anderer Burger hat bei dem Test in punkto Sensorik so gut abgeschlossen. 

Ihr seid dran…

Uns würde interessieren: Wie steht ihr zu Fleischersatzprodukten wie dem Beyond Meat Burger? Müssen vegane Gerichte wie Fleisch aussehen oder schmecken? Ist es ein guter Anfang für Menschen, die ungern auf den Geschmack verzichten wollen und es aus ethischen Gründen doch versuchen, oder vielleicht ein ganz falscher Ansatz?



QUELLEN:
Verbraucherzentrale Hamburg
Öko-Test
beyondmeat.com
Utopia
Vegan Athletes Zeit.de

3 Gedanken zu „Veggieburger vs. Fleischburger“

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