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Einfach mal Abschalten: Tipps für mehr digitale Bescheidenheit

Jede Internetaktivität erzeugt Strom. Dieser wird größtenteils noch aus fossilen Brennstoffen gewonnen, wodurch auch CO2 freigesetzt wird. Warum und wie viel genau könnt ihr im vorherigen Post nachlesen. Oft wird kritisiert, dass die Politik diese Tatsache ignoriere und nicht genug Maßnahmen ergreife, um Regelungen zu finden. Aber auch die Verbraucher*innen selbst können ihren digitalen Fußabdruck schmälern.

Überspitzt gesagt: Um im Internet möglichst wenig Strom zu erzeugen, wäre es natürlich grundsätzlich das Beste, kein Handy und keinen Computer zu besitzen. Dass das natürlich schwer bis unmöglich ist, liegt auf der Hand. Trotzdem gibt es einige Ansätze, etwas mehr digitale Bescheidenheit walten zu lassen.

Das Umweltbundesamt rät dazu, seine technischen Geräte auch nach ökologischen Gesichtspunkten, also nach dem Stromverbrauch,  auszusuchen. Übrigens, auch bei E-Mail-Anbietern, Suchmaschinen und DSL-Anbietern gibt es “grünere” Alternativen. 

Auch Ökostrom kann hilfreich sein, da hier fossile Brennstoffe geschont und der Strom aus erneuerbaren Energiequellen gespeist wird. Benötigt man die Geräte nicht, könne man sie einfach ausschalten, beispielsweise den Router, wenn man das Haus verlässt. Wichtig ist dabei, dass der Router vor allem wenig Strom bei der Leistungsaufnahme oder dem Stand-By-Modus hat. Steckerleisten für Geräte, die auf Stand-By laufen, können hier für das schnelle Ein- und Ausschalten nützlich sein.

Ein Tipp, den sicher schon einige auf dem Schirm haben: Geräte im Stand-By-Modus ausschalten, denn auch dort wird Strom verbraucht und oft findet auch ein Datentransfer statt. Da die Internetnutzung mit mobilen Geräten mehr Strom als stationäre Geräte benötigt, sollte eine unvermeidbare Suche eher über den PC oder Laptop stattfinden.

Da Videos einen riesigen Teil des Datenvolumens ausmachen, ist Programmfernsehen die umweltfreundlichere Alternative. Wenn man Daten teilen muss, sind Links die umweltfreundlichere Variante, da das Versenden von großen Dateien mehr Strom benötigt.
Jede nicht-gelöschte Mail und jeder Spam verursacht ebenfalls CO2. Das Löschen von E-Mails und die Abmeldung von unnötigen Newslettern macht da schon einen Unterschied.

Die Digitalisierung hat es ermöglicht, ständig überall online und erreichbar zu sein. Vielleicht ist es aber auch einmal an der Zeit, wieder einen Gang zurückzuschalten und sich auch darüber bewusst zu sein, dass jede Handlung im Internet auch eine Auswirkung auf das Klima haben kann. Mit diesem Wissen fällt es einem vielleicht leichter, mal eine Serie zu skippen, das Handy in der Bahn mal in der Tasche zu lassen oder einfach mal den Stecker vom Router zu ziehen. Und wie Peter Lustig schon sagte: Einfach mal abschalten!




QUELLEN:
WBGU: Unsere gemeinsame digitale Zukunft
Nature: Autonomous taxis could greatly reduce greenhouse-gas emissions of US light-duty vehicles
Umweltbundesamt: Surfen, Internetanbieter
heise.de: Missing Link: Klimawandel? – Technologie wird uns auch diesmal nicht retten
heise.de: Studie: Digitalisierung als Problemlöser des Klimawandels
heise.de: Wissenschaftler: Digitalisierung könnte Klimakrise weiter beschleunigen
dw: Wie nachhaltig ist die Digitalisierung?
Spiegel Online: “Utopie und Horror liegen dicht nebeneinander”
SWR: Die Ökobilanz eines Mausklicks
Handelsblatt: Die Digitalisierung droht den Klimawandel zu beschleunigen

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