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Klimawandel: Was, wenn wir wir es nicht schaffen?

Heute ist der Earth Overshoot Day – auf deutsch Welterschöpfungstag. Am heutigen Tag wird der Punkt an Ressourcen überschritten, die die Erde selbstständig regenerieren könnte. Aber nicht nur heute, sondern jeden Tag sollte man sich bewusst machen, dass der Klimawandel die Umwelt und den Menschen existenziell bedroht. Die Szenarien dieser Bedrohung sind mitunter sehr dystopisch. Was ohne eine klare Trendwende auf uns zukommen könnte, erfahrt ihr im neuen Beitrag.

Prognostiziert wurde der Earth Overshoot Day eigentlich schon auf Ende Juli. Die Einschränkungen der Corona-Maßnahmen haben aber die Wirtschaft und damit auch den Ressourcenverbrauch ein wenig abgebremst.

Der Earth Overshoot Day offenbart vor allem die vorherrschende Ungerechtigkeit.

Denn ab dem heutigen Tag leben wir “auf Pump”. Die Ausbeutung findet heute auf Kosten der Umwelt und auf anderer ärmerer Staaten, die einen geringeren Fußabdruck haben und daher den Klimawandel verlangsamen statt. Vor allem aber auch auf Kosten der kommenden Generationen, die wohl kaum noch die Chance haben werden, etwas gegen das Eintreten des Klimawandels zu unternehmen.

Der Earth Overshoot Day zeigt auch: Wir sind von Null-Emissionen bis 2050 oder sonstigen Klimazielen ziemlich weit entfernt. 

Düstere Zukunftsszenarien

Doch was passiert eigentlich, wenn wir das alles nicht schaffen und es so weitergeht wie bisher?
Wie sehen die Zukunftsszenarien aus, wenn wirklich all dies eintrifft? Leider größtenteils erschreckend. Bereits jetzt sind viele Folgen des Klimawandels spürbar. Viele Auswirkungen, wie beispielsweise Wetterextreme, würden sich mit höheren Temperaturen häufen und verstärken. Wenn wir nichts tun, dann könnte bis Ende des Jahrhunderts die 4-Grad-Grenze erreicht werden. Stefan Rahmstorf vom PIK* spricht bei diesem Szenario von einem “komplett anderen Planeten”. Er prognostiziert starke Unwetter und eine Unbewohnbarkeit von Küstenregionen durch den schnell ansteigenden Meeresspiegel. Die Extreme würden zu Ernteausfällen und Hungersnöten führen. Die dadurch hervorgerufenen Missstände würden weltweit zu sehr großen Fluchtbewegungen führen. 200 Millionen Menschen laut UN. Auch Krankheiten, wie beispielsweise Malaria, könnten sich viel besser ausbreiten. 

Vor einiger Zeit haben wir schon mal über die sogenannten Kipp-Punkte gesprochen. Also Bereiche des Ökosystems, die auf eine Erwärmung sehr sensibel reagieren und anschließend in einer kaskadenartigen Kettenreaktion unaufhaltsam kippen könnten. Einige dieser Elemente, wie beispielsweise die Eisschmelze in der Westantarktis, sind laut Expert*innen des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung bereits überschritten. Das Problem: Werden die Kettenreaktionen “aktiviert”, dann werden Gegenmaßnahmen irrelevant, weil sich der Effekt nicht mehr abändern lässt.  (Wer das nochmal genauer nachlesen will, kann das in unserer 3er-Reihe zum Thema Kipp-Punkte nochmal nachlesen.)

Geeignete Gegenmaßnahmen gesucht

Technologisch und physikalisch sei es abzuwenden, so Stefan Rahmstorf vom PIK. Die politischen Maßnahmen würden aber bei weitem nicht ausreichen. Die Selbstverpflichtung des Pariser Klimaschutzvertrags würde die Erwärmung lediglich auf drei Grad begrenzen. 

Erschwerend hinzu komme, dass die notwendigen politischen Maßnahmen möglicherweise ebenso fatale gesellschaftliche Folgen hätten: “Viele Kollegen, die ich kenne glauben, dass wir sowieso niemals auf 4 Grad Erwärmung kommen würden, weil uns vorher die Wirtschaft zusammenbricht und die Welt in Konflikten versinken würde“, so der Klimawissenschaftler.

So unwahrscheinlich sind die Szenarien leider nicht. Um das Ausmaß der Erderwärmung vorherzusagen, werden regelmäßig Klimamodelle berechnet. In einem aktuellen Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC wurden vier dieser Szenarien entwickelt. Bisher stimmt das negativste Szenario am ehesten mit der Realität überein. Hier wird eine Erwärmung von bis zu 5 Grad prognostiziert, sollte sich der CO2-Ausstoß weiterhin so ungebremst vollziehen. 

Fazit?

Heute, aber eigentlich an jedem anderen Tag des Jahres sollte man sich zur Gemüte führen, was der Klimawandel bedeutet, welche Gefahren drohen, aber auch, dass wir noch etwas ändern könnten. Wir sind die Generationen, die noch einen wirklichen Einfluss ausüben kann, die Erderwärmung zumindest abzuschwächen.

Dass so dystopische Szenarien mitunter auch ein Gefühl der Hilflosigkeit hervorrufen können, ist klar. Mir geht es da persönlich auch so. Im nächsten Post soll es daher um den  Zusammenhang zwischen der psychischen Gesundheit und den Auswirkungen des Klimawandels gehen.

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