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Wie nachhaltig ist Wein?

Woher kommt der Wein?

Deutschland ist ein Weintrinker-Land. Ganze 20 Liter Wein konsumiert jede*r von uns im Durchschnitt pro Jahr. 

Insgesamt wurde in Deutschland im Jahr 2019 auf 103.079 Hektar Wein angebaut. Die Erzeugnisse lagen laut dem Statistischen Bundesamt bei 8,32 Millionen Hektoliter. 

Das würde gerade mal für knapp 10 Liter pro Person in Deutschland reichen. Deshalb muss importiert werden. Auch aus Übersee.

Flächenverbrauch

Nimmt man die Zahlen aus dem Jahr 2019 ergibt sich für Deutschland ein Flächenverbrauch von knapp 8071 Liter pro Hektar Anbaufläche. 

Weintrauben verbrauchen damit vergleichsweise viel Platz. Der Vergleich zum Bier: Vom Ernteertrag eines Hektars Hopfen könne man laut dem Hopfenpflanzverband Hallertau 1.500.000 Liter Bier herstellen.

Wasserverbrauch

Jesus: 1 Glas Wasser = 1 Glas Wein.

Weinbauer:

1 Glas Wein = 0,2 Liter 

knapp 632 Liter Wasser pro Flasche (0,75 Liter) in Umbrien, Italien.

843 Liter Wasser für einen Liter Wein

168,6 Liter Wasser für ein Glas (0,2l) Wein.

In eher trockenen Anbaugebieten wie im Süden der USA oder Südafrika können die Zahlen natürlich höher liegen.

CO2

Eine interessante Auswertung von 35 Studien des Departement of Enviromental (wir kennen es schon aus dem Bier-Beitrag) zeigt auf, welche Arbeitsschritte beim Wein am meisten CO2 verursachen. 

Ähnlich wie beim Bier nimmt die Herstellung der Flaschen einen sehr großen Anteil ein. In der Untersuchung heißt es, dass alleine die Herstellung von Flasche und Karton über die Hälfte der CO2-Emissionen ausmache.

Auch in Deutschland wird viel eingeschmolzen und neu hergestellt, was viel Energie in Anspruch nimmt. Wäre ein Pfandsystem die bessere Lösung?

Oder sollte vielleicht das Verpackungssystem überdacht werden? Zumindest ist die Standardglasflasche wohl die schlechteste Alternative: 

Was ist mit dem Transport?

Unser Wein kommt vor allem aus Italien, Spanien und Frankreich, aber auch Wein aus Südafrika, Neuseeland und Australien sind auf dem Vormarsch. Wie schlägt da der Transport ins Gewicht? 

Eine Studie der Universität Gießen in Kooperation mit der San Francisco State University kam zu einem doch sehr überraschenden Ergebnis. In der Untersuchung wurde die Transportkette von Kalifornien über den Seeweg bis zum Getränkehändler nach Mainz skizziert und berechnet, insgesamt knapp 18.000 km. Das Resultat: Eine Flasche Wein aus den USA verbrauche demnach “nur” 200 Gramm CO2. (Nicht mit eingerechnet ist hier die Herstellung, die in diesem Fall 100 Gramm pro Flasche ausmachen würde.) 

Was ebenfalls nicht einberechnet ist: Die Anfahrt der Verbraucher*innen. 200 Gramm sind circa so viel, wie 1.4 km mit dem privaten PKW zum Brötchenholen, zur Arbeit Fahren oder eben zum Getränkemarkt, um eine Flasche regionalen Wein zu kaufen. Durchschnittlich wird bei der Anfahrt 390 Gramm CO2 ausgestoßen. Das fast doppelt so viel, wie die Flasche beim Weg über den “großen Teich” verbraucht.

Das heißt jetzt natürlich nicht, dass wir uns massenweise mit Wein aus Amerika eindecken sollten. Die Ergebnisse zeigen aber, dass wir als Verbraucher*innen einen sehr großen Einfluss haben.

Für das CO2-Budget könnte es also besser sein, den Wein aus den USA zu nehmen, anstatt 50 Kilometer zu fahren, um den Wein direkt beim Weingut abzuholen.

Wenn man aber auf das Auto verzichtet, ist regionaler Wein natürlich die bessere Wahl, weil der Wein nicht erst 18.000 KM hergeschifft werden muss.

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