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Unser Klimapaket-Abo: Wir haben uns entschieden

Unser Klimapaket-Abo: Wir haben uns entschieden

Über eine Woche lang haben wir eure Vorschläge auf Instagram zu Organisationen gesammelt, die Bäume pflanzen oder Wälder schützen. Wir haben uns weiter in Aufforstungsthematiken und CO2-Bindung eingelesen und mit Vertreter:innen verschiedener Organisationen gesprochen. Entschieden haben wir uns letztlich für zwei Organisationen, deren Wirkungsschwerpunkte wir sehr sinnvoll finden und deren Auswahl wir in diesem Beitrag auch begründet haben. Das bedeutet nicht, dass andere Organisationen “schlechter” sind und auch nicht, dass diese beiden die absolut “Besten” sind. Aber es bedeutet, dass wir uns die Auswahl definitiv nicht leicht gemacht haben und uns nach reichlicher Überlegung und Recherche für diese beiden entschieden haben.

Bevor wir mit unserer Recherche gestartet sind, haben wir uns Gedanken gemacht, was wir persönlich uns von einer „Baumpflanz“-Organisation wünschen würden. Folgende Kriterien haben wir unserer Suche zugrunde gelegt:*

1.      CO2-Bindung
2.      Naturschutz und Biodiversitätserhaltung
3.      Transparenz / Nachvollziehbarkeit
4.      Sozialer Impact

*Die Nummern stellen kein Ranking dar.

Außerdem haben wir miteinbezogen, dass man regional gepflanzte Bäume im Sinne einer Prüfung besser „nachvollziehen“ kann.

Letztendlich haben wir beschlossen, uns nicht für eine Organisation zu entscheiden, sondern haben zwei ausgesucht, die unterschiedliche – unserer Meinung nach gleichwertige – Wirkungsschwerpunkte haben. Die Abonnent*innen unseres Klimapakets auf Steady können sich ab jetzt für eine dieser zwei Optionen entscheiden.

Das Buchen-UrwaldProjekt von Peter Wohllebens Waldakademie

Auch wenn es für die Spenderin erstmal sexier klingt: Es müssen nicht immer neue Bäume gepflanzt werden, um Klima, Biodiversität und Artenschutz positiv zu beeinflussen. Denn Deutschland hat bereits wertvolle Wälder, die es – zum Beispiel vor wirtschaftlichen Interessen an ihren Hölzern – zu schützen gilt.

Der Autor und Förster Peter Wohlleben hat deshalb mit seiner “Waldakademie” das UrwaldProjekt ins Leben gerufen. Dabei geht es darum, 400 Hektar Wald der Gemeinde Wershofen zu schützen bzw. dort heimische Laubwälder aufzubauen, die – im Gegensatz zu den nicht heimischen Nadelwäldern – die Funktion der Urwälder wieder übernehmen können. 

Da alte Wälder langfristig große Mengen an Kohlenstoff im Boden speichern, leistet die Organisation mit dem Projekt einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Darüber hinaus kühlen diese Wälder ihre Umgebung durch die Verdunstung von Wasser ab. Insbesondere Buchen reagieren dabei auch weniger sensibel auf die Veränderungen durch den Klimawandel. Insbesondere naturbelassene Wälder bieten außerdem einen unglaublich wertvollen Lebensraum für unzählige (bedrohte) Pflanzen und Tiere, darunter Insekten und Vögel. 

Was uns daran überzeugt

Für uns war bei der Auswahl wichtig, dass durch die Regionalität eine extrem hohe Nachvollziehbarkeit gegeben ist – man also ohne große Hindernisse hinfahren kann, um sich die entstehenden Wälder anzusehen. Als eine der wenigen uns bekannten Organisationen in Deutschland garantiert Wohllebens Waldakademie den Schutz der Buchen für 50 Jahre.

Solltest du dich als unser*e Klimapaket-Abonnent*in für diese Option entscheiden, lassen wir für dich pro Jahr 4 Quadratmeter deutschen Urwald für 50 Jahre schützen. Laut Angaben der Organisation bewirkst du damit die dauerhafte Speicherung von 280 kg CO₂ im Urwaldreservat. In den kommenden 50 Jahren werden damit voraussichtlich weitere 200 kg CO₂ pro Quadratmeter gebunden.

fairventures: Sozialer Impact und Entlastung des Regenwaldes

In vielen Regionen, in denen für das Klima unendlich wertvoller Urwald wächst, sind nicht nur ökologische, sondern vor allem soziale Probleme an der Tagesordnung. Menschen zu sagen, dass sie keinen Regenwald abholzen dürfen, um sich und ihre Familien zu ernähren, ist privilegiert und realitätsfern.

Wichtig ist es unserer Meinung nach deshalb, für diese Menschen echte Alternativen zu schaffen – und damit den noch bestehenden Regenwald vor illegalen Rodungen zu schützen. Durch einen Tipp von euch sind wir auf fairventures gestoßen, eine Organisation, die genau das macht. Das 19-köpfige Team in Deutschland arbeitet eng mit Kleinbäuer*innen in Indonesien und Uganda zusammen, die die dort gespendeten Setzlinge selbst auf degradierten Flächen anpflanzen – und wirtschaftlich davon profitieren. 

Diese Plantagen bewirtschaften sie nach eigenen Vorstellungen, allerdings mit Unterstützung des Teams vor Ort in Form von Schulungen, Trainings und dort aufgebauten Baumschulen. Bei der Bepflanzung der Flächen wird Wert auf Mischkulturen gelegt, zwischen die Baumreihen kommen sogenannte Zwischenfrüchte wie Erdnüsse und Kakao, die den Bäuer*innen einen schnellen Ertrag bringen. Im Lauf ihres Lebens nehmen die schnellwachsenden Bäume viel CO2 aus der Luft auf. Im Anschluss ist es das Ziel, das Holz langfristig, z.B. in Häusern zu verbauen, wo der aufgenommene Kohlenstoff vorerst nicht freigesetzt werden kann.

Was uns an fairventures überzeugt

Sowohl der Preis für einen Setzling von 5 Euro, der sich an der Überlebenschance und nicht am reinen „Stückpreis“ orientiert, als auch die Offenheit bzgl. möglicher Probleme vor Ort, hat während des Telefonats unser Vertrauen in die Organisation geweckt. Eine App sowie Satellitenbilder sollen das Vorgehen der Bäuer*innen in Zukunft noch transparenter machen. Natürlich handelt es sich letztendlich aber auch hier um ein Projekt, das im Ausland agiert, was sie für viele – auch für uns – weniger überprüfbar macht.

Solltest du dich als Klimapaket-Abonnent*in für fairventures entscheiden, unterstützt du damit Kleinbäuer*innen in Borneo mit 3 Setzlingen im Jahr und förderst damit ihre Selbstwirksamkeit. Außerdem trägst du einen Teil dazu bei, dass der wertvolle Regenwald in Borneo verschont bleibt. 

Und wer noch gar nicht weiß, von welchem “Klimapaket” wir hier immer sprechen: Schau gerne mal auf Steady vorbei und erfahre, wie auch du eine Unterstützer*in unserer unabhängigen Arbeit und natürlich auch Mama oder Papa mehrerer Bäume werden kannst: www.steady.de/nachhaltigkritisch

QUELLEN:
Wohllebens Waldakademie: UrwaldProjekt
Telefonat mit Mathias Schweikert von fairventures
Fairventures: Webseite
Heinrich Böll Stiftung: Bodenatlas 2015
CarboEurope IP 2008

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